CHT Sustainability Report 2020

Ökologie

Verantwortungsvoller Umgang mit Ressourcen

Verantwortungsvoller Umgang mit Wasser

Wasser wird bei uns auf vielfältige Weise eingesetzt: als Spül- und Reinigungsmedium im Betrieb, als Rohstoff in Produkten, für sanitäre Anlagen, als Wärmeträger bei Kühlprozessen oder für die Dampferzeugung. Größtenteils wird Wasser als Lösungsmittel in unseren Produkten verwendet. Unsere Ziele sind, den Wasserverbrauch und die damit anfallende Abwassermenge auf ein Mindestmaß zu reduzieren, die gesetzlichen Vorgaben an die Qualität des Abwassers einzuhalten und darüber hinaus den enthaltenen Anteil an schädlichen Verunreinigungen weiter zu verringern. Dazu haben wir in unserem Umweltprogramm lokal geeignete verbrauchsrelevante Maßnahmen für die Standorte festgelegt, um den Wasserverbrauch weiter zu reduzieren, beispielsweise durch geschlossene Wasserkreisläufe und Optimierung der Produktprozesse. Im Rahmen der „Strategy 2025“ haben wir uns das Ziel gesetzt, bis 2025 den spezifischen Wasserverbrauch um 10% zu reduzieren.

Wasserbedarf

2020 betrug der absolute Wasserverbrauch in der gesamten Unternehmensgruppe 323.583 m³. Im Vergleich zu 2019 ist eine Reduzierung von 3,2% zu verzeichnen.

Bewertet man den spezifischen Wasserverbrauch in Relation zur Produktionsmenge, so wurde 2020 nahezu dieselbe Wassermenge (-0,3%) verbraucht wie 2019. Aufgrund der gesunkenen Nachfrage wurde 2020 nicht nur insgesamt weniger, sondern kleinere Volumeneinheiten produziert. Dies führt zu häufigeren Produktwechseln in der Produktion und damit verbunden zu höherem Reinigungsaufkommen und Wasserverbrauch in den Fertigungsanlagen.

Aus diesem Grund halten wir die spezifischen Verbräuche im Vergleich zum Vorjahr nicht für aussagekräftig.

INVESTMENT FÜR NACHHALTIGEN UMGANG MIT WASSER

CHT hat in eine automatische Reinigungsanlage für den Produktionsbereich der pastösen Produkte investiert, die bisher einen hohen Reinigungsaufwand zeigte. Vor der Modernisierung der Anlage mussten die Kessel aufwendig ausgekocht werden, heute übernimmt dies ein mobiles automatisches Reinigungsgerät, das individuell und je nach Anforderung oder Verschmutzungsgrad programmiert werden kann.

Dadurch wird nicht nur eine optimale Reinigungsleistung sichergestellt. Die Reinigung ist effizient hinsichtlich Zeit- und Energieverbrauch, vor allem aber kann circa 60% des Wassers eingespart werden gegenüber dem bisher angewandten Reinigungsverfahren durch Auskochen. Neben einer Reduktion des Wasserverbrauchs von 2.590 Tonnen auf 1.036 Tonnen (– 60%) verbessert das neue Verfahren für die Energieeffizienz und reduziert den bisherigen Energiebedarf um 34% bei einer gleichzeitigen Zeitersparnis von ebenfalls rund 33%.

Wasseremission

Die CHT Gruppe hält sich weltweit an die jeweils geltenden behördlichen oder gesetzlichen Vorgaben in Bezug auf die Abwasserqualität. 14 unserer insgesamt 23 Produktionsstandorte weltweit verfügen über eine eigene Wasseraufbereitungsanlage oder Kläranlage. Die Abwassermenge1 lag 2020 bei einem Gesamtvolumen von 181.280 m³. Gegenüber Vorjahr wurde rund 11% weniger Abwasser und bezogen auf die Produktionsmenge wurden knapp 2% weniger Abwasser emittiert. Das vorgereinigte Abwasser wurde mit einem Gesamtvolumen von 165.816 m³ (91%) in kommunale und öffentliche Kläranlagen und 15.464 m³ direkt in ein Gewässer eingeleitet.

1 Bisher wird in der CHT Gruppe nur ein Teil des Abwassers gemessen, nämlich jener Teil der Abwassermengen, die auch einer Berechnung unterzogen werden. An einigen Standorten wird allerdings ein Teil des Wassers als Sanitärwasser abgegeben, welches somit nicht in die Berechnung des Abwassers fällt.

Abfall

Die Entstehung von Abfall von vornherein zu vermeiden, hat einen hohen Stellenwert für CHT. Deshalb werden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Umgang mit Abfällen und den Möglichkeiten seiner Vermeidung regelmäßig geschult. Die nicht vermeidbaren Abfälle werden nach Möglichkeit einer Verwertung zugeführt. Alle nicht verwertbaren Abfälle werden ordnungsgemäß entsorgt. Bei der Entsorgung von Abfällen werden die gesetzlichen Regelungen und lokalen Vorgaben des jeweiligen Landes beachtet.

Die Gesamtmenge an Abfall2 lag 2020 in der gesamten Unternehmensgruppe bei 8.325 Tonnen. Der Vergleich zu 2019 (7.996 Tonnen) absolut betrachtet zeigt, dass die Gesamtmenge unseres Abfalls um 4,1% angestiegen ist.

2 Betrachtet man die Abfallmenge in Relation zur Produktionsmenge, so ist unsere spezifische Abfallmenge um 2,5 % gestiegen, da 2020 viele Niederlassungen die Covid-19-bedingte geringere Auslastung dazu genutzt haben, um signifikante Lagerbereinigungen durchzuführen. Insgesamt kann das vergangene Jahr nicht dazu herangezogen werden, um Rückschlüsse auf den Erfolg der weltweit durchgeführten Abfallvermeidungsmaßnahmen zu ziehen.

Der Anteil der gefährlichen Abfälle lag 2020 bei 50% vom Gesamtabfall, die Gesamtmenge ist gegenüber 2019 um 1,2% angestiegen, im Wesentlichen begründet durch die Neuklassifizierung von Rohstoffen Mitte 2018 als SVHC-Stoffe. Alle gefährlichen Abfälle werden bei CHT nach höchsten Umweltschutz-Standards entsorgt.

Energiemanagement

Für die Herstellung chemischer Produkte ist der Einsatz von Energie notwendig. Wir beziehen Energie in Form von Elektrizität, Öl, Erdgas, Flüssiggas (LPG), Holzpellets sowie Nahwärme. Sie wird sowohl für den Betrieb unserer Produktionsanlagen als auch für die Beheizung unserer Unternehmensgebäude eingesetzt. In den letzten Jahren konnten wir verschiedene Maßnahmen zur Energieeinsparung erfolgreich umsetzen und unsere Energieeffizienz stetig verbessern.

Der weltweite Energieverbrauch der CHT Gruppe betrug 2020 234.328 GJ im direkten Vergleich mit 2019 nahm der Energieverbrauch um 5,8% ab. Der spezifische Energieverbrauch pro Tonne Produktionsmenge ist 2020 allerdings um 11% angestiegen. Größtenteils lässt sich dieser Anstieg durch einen geänderten Produktmix bei einer Steigerung der Fertigungstiefe und daraus resultierenden längeren Belegungszeiten von Reaktionskesseln erklären, wodurch erheblich höherer Energiebedarf entsteht. Der Energiebedarf der Prozesse ändert sich nur wenig, je nachdem ob große oder kleinere Batchgrößen gefertigt werden. Da eine Rückkehr zu größeren Batchgrößen geplant ist, können aus unserer Sicht die spezifischen Energieverbräuche 2020 nicht mit den Werten aus 2019 vergleichen werden.

2020 haben wir weltweit unseren Anteil an regenerativen Energien um 3% auf 48.730 GJ gegenüber Vorjahr steigern können, sie machen einen Anteil von 21% am Gesamtverbrauch aus.

Emissionen des Treibhausgases CO2

Die Emissionen von Kohlenstoffdioxid entstehen durch die Verbrennung fossiler Energieträger (Scope 1: direkte CO2-Emissionen) und durch externen Energiebezug in Form von elektrischer Energie (Scope 2: indirekte CO2-Emissionen). Die indirekten CO2-Emissionen über den Strombezug wurden aktuell nicht berücksichtigt, da uns bisher keine weltweiten Informationen zur Stromkennzeichnung vorliegen.

EMISSIONEN IN DER WERTSCHÖPFUNGSKETTE

Die Berechnung der direkten CO2-Emissionen wird mit Hilfe von Emissionsfaktoren3 durchgeführt. Im Vergleich zu 2019 sanken die direkten CO2-Emissionen 2020 um 5,7% auf 8.086 Tonnen gegenüber Vorjahr.

3 Emissionsfaktoren laut Verordnung über die Zuteilung von Treibhausgas-Emissionsberechtigung in der Zuteilungsperiode 2008 bis 2012, Anhang 1 (zu den §§ 4 und 5). Einheitliche Stoffwerte für Emissionsfaktoren, Heizwerte und Kohlenstoffgehalte für Brennstoffe, Rohstoffe und Produkte.

Die CHT Gruppe hat das Thema Klimaschutz in ihrer Strategie 2025 verankert und unterstützt die Ziele der „Roadmap 2050“ des deutschen Chemieverbandes VCI. CHT ist seit Mitte 2020 Mitglied der Klimaschutzplattform Chemistry4Climate (C4C), die eine einzigartige Initiative von Unternehmen, NGOs und der Bundesregierung ist. Ihr Ziel ist es, in den kommenden Monaten gemeinsame Handlungsempfehlungen zum Klimaschutz aus Sicht der beteiligten Branchen Chemie und Energie zu erarbeiten. CHT ist eines der wenigen Mittelstandsunternehmen, das sich im Rahmen von C4C engagiert und in der Arbeitsgruppe „Kreislaufwirtschaft und Rohstoffversorgung“ mitarbeitet. Unser Ziel ist es, in den kommenden Jahren, neben den direkten CO2-Emissionen (Scope 1) für alle CHT Standorte auch die indirekten Emissionen (Scope 2) aus dem Bezug elektrischer Energie zu reduzieren. Bis 2025 wird die CHT Gruppe ihren spezifischen Energieverbrauch (Scope 1) um 10% reduzieren und verstärkt in die Elektromobilität investieren. Im Rahmen der indirekten Emissionen beabsichtigt CHT, den Anteil fossiler Energieträger im Energiemix bis 2025 auf null zu führen. Indirekte Emissionen (Scope 3) Upstream und Downstream werden aktuell nicht ermittelt. Allerdings arbeitet CHT daran, ihren Kunden für deren Prozesse sogenannte „Carbon Neutral Chemical Solutions“ anzubieten. Hierzu wird die Unterstützung der Lieferanten und Logistiker benötigt, um eine Technologie emissionsseitig nach Up- and Downstream beurteilen zu können.

Beispiele des CHT Engagements für den Klimaschutz

Beispiel 1:
Smartes Bio-Mahlverfahren mit QUIMIZIME B für aktiven Klimaschutz in der Papierherstellung

Im Papierherstellungsprozess wird der Zellstoff in Mühlen gemahlen, damit er weiterverarbeitet werden kann. Hierzu sind im Prozess Wasser, Chemikalien und sehr viel Strom erforderlich. Die CHT Gruppe hat ein innovatives Verfahren auf Basis von Enzymtechnologie entwickelt. Enzyme nehmen in der heutigen Papier- und Zellstoffherstellung eine zunehmend wichtige Bedeutung ein. Eingesetzt als Biokatalysatoren gewinnt man sie aus natürlichen Materialien oder durch Fermentationsprozesse. Die enzymatisch unterstützte Zellstoffvermahlung mit CHT QUIMIZIME B optimiert den Energieverbrauch und die Produktivität der Papierherstellung. 

Zusätzlich kann der Einsatz herkömmlicher Chemikalien im Herstellungsprozess gesenkt werden. Weitere Vorteile sind die positiven Auswirkungen auf die Papiereigenschaften.

2020 wurde das Verfahren bei einigen großen Papierherstellern in Südamerika und in Europa eingesetzt. Die Unternehmen haben zusammen Energie eingespart, die dem Stromverbrauch einer deutschen Kleinstadt entspricht. Insgesamt wurde mittels CHT Enzymtechnologie 13.109,6 Mwh Strom eingespart, eine Menge, mit der sich circa 4.370 Haushalte versorgen ließen.

Weniger Stromverbrauch sorgt in direkter Linie für den Klimaschutz. Wird in der Produktionsstätte zudem nur Strom aus erneuerbaren Energieträgern eingesetzt, ist der Beitrag zum Klimaschutz noch höher.

Beispiel2:
Der Einsatz von Smart Glasses im Kundenservice unterstützen den Klimaschutz

Innovativ gehen wir den Klimaschutz auch in unserem Kundenservice an und kombinieren über den Einsatz von Smart Glasses Klimaschutz mit einer digitalen Anwendung.

Im Geschäftsfeld Washing Solutions ist das Kundenserviceteam häufig vor Ort in den Wäschereien im Einsatz, um den Betrieb und die Anwendung der CHT Produkte zu unterstützen. Dieser hohe persönliche Betreuungsaufwand hat zur Folge, dass der Außendienst sehr viel Zeit auf der Straße verbringt und jährlich zwischen 70.000 und 100.000 Kilometer pro Person zurücklegt.

Durch den Einsatz von Smart Glasses – CHT stattet Kunden und eigene Mitarbeiter mit der Technologie aus – können Servicetechniker aus dem Home-Office Kunden direkt bei der Anlagensteuerung unterstützen und dem Kundenmitarbeiter vor Ort bei Einstellungen wie auch bei Problemlösungen helfen. Mittels Datenbrille können Bilder, Pläne und Sprachnachrichten aufgenommen und in Videokonferenzen anderen Teilnehmern zugänglich gemacht werden. Damit werden Reisen reduziert, der Kundenservice kann mittels einfacher Kommunikation weiterhin „live“ den Kunden unterstützen und Probleme beheben. 

Kombiniert mit einer Service-App sind auch Kunden im Ausland ohne Datenbrille in der Lage, Serviceanfragen an das Serviceteam zu stellen. Allen Kunden kann per Fernwartung schnelle und effiziente Hilfe angeboten werden. Durch die Kombination von Datenbrille und Service-App wird der digitale Kundenservice international ausgerollt. Somit können auch nationale und internationale Flugreisen deutlich verringert werden. Aktuell können in der CHT Gruppe 40 bis 50 Außendienstmitarbeiter auf die Technik zugreifen. Weitere Vorteile sind: Trotz Reisebeschränkungen aufgrund von Covid-19 konnte der Kundenservice aufrechterhalten werden. Der Einsatz der Smart Glasses in Deutschland wird in den nächsten Jahren im schrittweisen Roll-out für die direkte Einsparung von bis zu 132.000 kg CO2 pro Jahr sorgen (Scope 1). 2020 wurde das Projekt mit zehn Außendienstmitarbeitern und ihren Kunden begonnen; es konnten 13.200 kg CO2 eingespart werden. Der Einsatz der Smart Glasses unterstützt das erklärte Reduktionsziel der CHT Gruppe bis 2025.
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